Kindheit Teil 1 von 3

Die Geburt, der Beginn meiner Geschichte. Meine Kindheit war geprägt von Liebe und Zuneigung aber es gab auch ungeile Erlebnisse.

10.02.19XX, der Regen knallt mit aller Wucht auf das Krankenhausdach. Es ist mitten in der Nacht, 3 Uhr um genau zu sein. Die Stadt schläft, doch hier geht die Party gerade erst richtig los. Der Kampf geht in die letzte Runde, mein Herz schlägt wie verrückt es muss wohl jeden Moment zerbersten, doch nix da! Ich setze an und lasse einen für ein gerade geschlüpftes Baby respektablen Brunftschrei los.

Kindheit

Der erste Atemzug….. Köstlich! Aber dieser Geruch der meine noch ungeschulte Nase befällt. Krankenhaus! Hassen wir diesen Geruch vielleicht, weil er der erste war den wir jemals erschnüffelten? Ich bin also endlich hier, für den Rest der Menschheit ein irrelevantes Ereignis aber für mich und meine Familie beginnt hier unsere Reise in einer so schönen aber teils auch so kranken Welt.

Wusstet ihr das eine Erstgeburt im Schnitt 13 Stunden dauert? Ich dachte immer, sowas geht ruckzuck. Wahnsinn, oder? Liebe Frauen: „Viel Spaß dabei!

Hi, ich bin Andi.

Brutale 3900 Gramm bei 55 Zentimetern Länge, man ich war ein fettes Baby, wie das Michelin Männchen. Waren wir das nicht alle irgendwie? Durch die fehlenden Proportionen sehen die kleinen Scheißer alle aus wie Pummelchen. Fuck, wo bin ich? Was mach ich hier? Alle gaffen mich an und jeder will mich tragen, ich muss wohl ein verdammter Star sein! Viel zu viel auf einmal. Doch eines fühle ich von Anfang an, die Wärme der Personen um mich herum. Ich werde geliebt, natürlich weiß ich nicht was das ist aber es fühlt sich richtig an. Es fühlt sich gut an, so flauschig und warm.

Wärme
Die wirklich wertvollen Dinge waren immer umsonst

Ich bin mir sicher, das Heranwachsen und die Umstände, unter denen wir unsere Kindheit durchleben, sind mit der wichtigste Teil des Lebens. Das, was wir in unserer Kindheit und während unserer Entwicklung erleben und lernen ist extrem wichtig für unseren charakterlichen Werdegang. Schon im Sandkasten lernen wir die Grundregeln des guten Benehmens, reagieren unsere Eltern, wenn wir dem anderen Kind die Schaufel klauen oder nicht? Bekommen wir einen Rüffel, wenn wir anderen Kindern aus Spaß oder Leichtsinn Sand in die Augen werfen? Oder lachen unsere Unterbelichteten Eltern nur darüber?

Frechdachs

Falls die Eltern es in der Kindheit verkacken, wird es verdammt schwer das Ruder später wieder eigenständig herumzureißen. Sie bringen uns bei, was geht und was nicht, bringen uns durch den Umgang untereinander bei wie man miteinander umzugehen hat. Denn was wir als Kinder in gut und schlecht einteilen, prägt unser komplettes Leben, auch wenn nur im Unterbewusstsein, oder nicht? Und hey, jetzt hast du eine Entschuldigung so ein mieser Penner zu sein. Nein! bekomm deine scheiß Egoprobleme in den Griff und lass nicht andere darunter leiden! Penner!

Kindheit ohne Liebe

„Der wurde in seiner Kindheit bestimmt nicht oft genug in den Arm genommen“. Den Spruch hört man heutzutage nur noch selten und eher von älteren Leuten, doch sind es wirklich verkackte Spießer Attitüden oder steckt nicht hinter jeder Geschichte ein Funken Wahrheit? Sind manche Menschen vielleicht wirklich so blöde Drecksäcke, weil sie nie Liebe bekamen? Nie lernten sich sozial zu verhalten? Eine schwere Kindheit hatten? Können sie womöglich gar nichts dafür, dass sie so sind wie sie sind? Merken sie überhaupt WIE sie sind? Der Gedanke quält mich. Merkt der Dumme nicht, dass er dumm ist? Vielleicht bin ich selbst dumm und merke es nicht? In dem Fall wäre das ja super, denn ich denke ich bin normal bestückt was meine Hirnfähigkeit angeht. Es funktioniert! 🙂

Kindheit mit Mama
Der Umgang in der Kindheit ist essenziell

Scheiße ich könnte auch ein Holzköpfchen sein und würde es nicht mal merken. Jeder geht wohl davon aus, dass er ein absolut bibeltreuer Diener Gottes ist und die Nächstenliebe nur so versprüht, wie Stinkbomben Grauen unter Discobesuchern. Davon bin ich wirklich überzeugt, klar man hat sowas wie Intuition und denkt sich manchmal: „Fuck, musste ich so ein Arsch sein“. Doch das behält man schön für sich, denn Gefühle und Ehrlichkeit sind der Teufel! Bloß nicht zeigen! Wir sind Bärenstark und stahlhart, wir zeigen keine Schwäche.

Kindheit am Berg

Was ist der letzte Moment an den du dich, wenn du so weit wie nur möglich in der Zeit zurückgehst, erinnerst? Denke an ihn während du weiterliest. Bei mir ist es ein kalter aber sonniger Wintertag. Ich sitze in meinem Zimmer und warte gespannt auf meine Mutter. Ich höre es draußen rascheln und blicke nervös durch den Raum. Der Autoteppich macht an aber ich muss brav warten bis sie hereinkommt. Es klopft und Sie betritt den Raum. Braunes Haar und dieses Volumen, traumhaft! Sie geht auf mich zu und ihr Grinsen ist zu 100 % echt und liebevoll wie immer.

Lernen in der Kindheit
Rosige Kindheit

„Hier Andi, herzlichen Glückwunsch zur Einschulung“. Meine Mam überreicht mir eine mit Autos bedruckte Schultüte, ich reiße den oberen Teil auf und greife vorsichtig hinein, Süßigkeiten, Süßigkeiten und, was ist das? Etwas grünes glitzerndes? Ein 61er Chevy Impala von Matchbox in Hulkgrün und ein Ford Escort RS Cosworth. Ich freue mich wie ein kleines Kind. Erstens, weil ich ein’s bin und zweitens weiß ich ja noch nicht das ich ab jetzt täglich in die Schule muss.

Autos Autos Autos

Meine Schwester ist auch da und findet mich uncool und kindisch, Sie ist immerhin schon 10 Jahre alt und weiß Bescheid. Mein Dad hat längere Haare und billige Klamotten aber er strahlt, er ist einfach cool und locker drauf, ich bin glücklich und frei von sorgen denn ich bin 6 Jahre alt. Heute wird gefeiert bitches!

Über die Jahre habe ich immer mehr Matchboxautos von meinen Eltern geschenkt bekommen. An diese zwei kann ich mich immer noch bildlich erinnern, ich weiß genau wie der Lack des Impalas glitzerte und wie cool die Racinglackierung des RS war. Ich pflegte die Autos extem, obwohl ich jeden Tag damit spielte, sahen sie nach Jahren noch genauso aus wie am ersten Tag. Mein Vater hatte früher oft irgendwelche alten Motorräder und schraubte immer an allem rum, von ihm lernte ich die Liebe zu Fahrzeugen kennen. Wir hatten nie was wirklich Krasses aber waren immer zufrieden. Es ging um das Fahren und schrauben an sich, nicht darum anderen zu zeigen das man, was Besseres hat oder was Besseres ist.

Kindheitserinnerungen, 61er Impala
Der gute Impala, leider habe ich keinen grünen gefunden

Kindheit – Schule!

Heißt die Grundschule heute noch so oder gibt es dafür auch einen besser klingenden Namen? Man könnte Sie doch Findungsschule oder Orientierungsschule nennen? Ich sage: Tod dem Euphemismus! Was das Wort bedeutet? Übersetze ich euch gerne: Scheiße in Gold umformulieren.

Was soll das? Wann haben wir damit angefangen das Kind nicht mehr beim Namen zu nennen?

Loste Namen? Hier, bitte!
WTF?

OK, wir nennen die Kinder lieber wirklich nicht mehr beim Namen. Oder was sagst du dazu Fiete? Haha, die Menschheit ist doch wirklich am Abgrund angelangt, oder? Früher hat man sich wahrscheinlich einfach mit seiner Frau unterhalten und sich dann auf einen normalen Namen geeinigt. Was war daran eigentlich so schlecht?

Ich denke genau das, was viele Menschen von der Kindheit an plagt, ist Folgendes: Man will einfach nicht akzeptieren und schätzen, dass man ein ganz normaler Mensch mit ganz normalen Problemen ist. Das hat wohl dazu geführt, das man selbst schon aus der Namenswahl eine verdammte Wissenschaft machen muss. Beschäftigt euch doch lieber mal mehr mit dem Mitgeben der wichtigen zwischenmenschlichen Dinge liebe Eltern. Das Internet war ein riesiges Geschenk, doch anstatt schlauer zu werden, wurden wir zu Zombies. „Man kann ja alles googeln, wir müssen nichts mehr wissen“, ja dann macht’s doch auch und lernt was dabei!

Nichts im Kopf

Grundschule

Ich kann mich nur noch sehr verschwommen an meine Kindheit bevor ich eingeschult wurde erinnern. Ich weiß nur das es für mich schon immer extrem unangenehm war, aus meinem gewohnten Umfeld herausgerissen und ins „kalte Wasser“ geworfen zu werden. Geht das nicht jedem so? Der erste Tag bei der Arbeit ist doch auch immer ein Krampf, man weiß nicht, ob man Hardcore man selbst sein soll oder erstmal lieber den Rand hält. So oder so verbiegt man sich, das ist wohl Teil des menschlichen Anstands. In dem Fall ist es sogar gut, wenn man sich ein bisschen zurückhält. Auch wenn es mir manchmal so vorkommt als würden wir alle immer mehr zu seelenlosen Robotern werden so müssen wir auch mal einfach ein bisschen cool bleiben und vorsichtig sein um uns selbst zu schützen, auch die anderen brauchen etwas Zeit um sich an einen „neuen“ zu gewöhnen.

Wir lernten erstmal lesen und schreiben, ich glaube wir mussten einzelne Buchstaben des Alphabetes farbig nachmalen. Das war cool und hat Spaß gemacht. Wenn ich mich davor schon gedrückt hätte, dann würde ich heute sicher nicht in die Tasten hauen, sondern im besten Fall unter irgendeiner Brücke zelten :D.

Die Lehrerin geklatscht

An die ersten paar Klassen kann ich mich nicht mehr so gut erinnern. Ich weiß nur einmal in der großen Pause, waren wir alle draußen und spielten wie immer mit Klatschkarten als es plötzlich Streit zwischen einer Lehrerin und einem von der Hauptschule unten gab. Die Hauptschule war quasi auf einem zweiten Gelände unterhalb der Grundschule. Dort lungerten nicht gerade die Leistungsträger von morgen rum. Falls ihr jünger seid, die Hauptschule heißt heute „Mittelschule“ lul. Ein jüngerer Typ rauchte auf dem Schulhof neben uns kleinen Kindern. Als eine der Lehrerinnen das sah, sagte sie ihm relativ laut, er soll die Zigarette sofort ausmachen. Im Endeffekt hätte sie das bestimmt auch höflicher sagen können aber wer zum Fick raucht auf nem Grundschulhof direkt neben den kiddos? Da muss man schon ziemlich lost sein, oder?

Schwere Kindheit jetzt Täter?
Schwere Kindheit?

Da der Streit immer lauter wurde, schauten wir natürlich alle hin. Bis zu dem Punkt, an dem die Lehrerin dem Typ die Zigarette aus dem Mund nehmen wollte. Sie griff in seine Richtung und wollte sich die Kippe schnappen, doch der Junge wich aus und schlug der etwa 50-Jährigen etwas dickeren Frau mit voller Power ins Gesicht. Ich weiß noch wie ich mich damals erschreckt hatte. Wir Kinder fingen sofort an zu heulen als die Frau zu Boden ging. Wir wussten in dem Alter ja nicht, ob sie jetzt tot ist oder so. Hört sich jetzt komisch an aber so habe ich wirklich gedacht zu der Zeit. Später kamen dann andere Lehrer und beruhigten die Situation. Ich glaube, die Polizei kam auch aber wir mussten wieder in den Unterrichtsraum. Bis zu diesem Tag fühlte ich mich immer sicher in der Schule, das hatte sich jetzt schlagartig erledigt.

Violence

Das war meine erste Begegnung mit Gewalt in meinem direkten Umfeld. Ich war geschockt und hatte Angst. Mir graute es bei dem Gedanken das ich am nächsten Tag wieder in die Schule musste. Da hier ja sogar die Lehrer einfach geschlagen werden, wäre ich leichte Beute, wenn es jemand drauf anlegen würde dachte ich mir. Das war auch einer der ersten Momente, in denen ich erkannt hatte, dass die Welt nicht nur aus spielen und chillen besteht. Es kann immer was passieren. Gewaltakte passieren oft aus reiner Willkür, die unzufriedenen lassen es völlig fremde Menschen spüren, um sich an der Gesellschaft zu rächen. Einfach erbärmlich.

Trauer wegen anderen

Heutzutage würden die Grundschüler wahrscheinlich ihre Gucci Geldbeutel aus Ihren Louis Vuitton Bauchtaschen herausholen und während sie das Geschehen mit ihrem iPhone 12 Pro Max filmen Wetten auf den Ausgang des Kampfes abschließen. Damals war das keinesfalls etwas Alltägliches. Ich bin eigentlich kein Typ, der anderen Schlechtes wünscht. Falls dem Affen beim Händewaschen die Ärmel herunterrutschen dann hätte ich jedoch kein Mitleid.

Frühe Kindheit

Kurz vor meiner Einschulung zogen wir von der Innenstadt in die Vorstadt, eine größere Wohnung, besseres Leben. Das Viertel war relativ okay, es war keine Nobelgegend aber auch bei weitem kein Ghetto. Guter Mittelstand würde ich mal sagen. Für unsere damaligen Verhältnisse war es der absolute Luxus. Nur ein Aufzug fehlte noch zum perfekten Glück aber so sind wir wenigstens alle halbwegs Schlank geblieben.

Die Grundschulzeit war entspannt, zumindest wurde ich nicht geohrfeigt oder abgestochen also alles bestens. Einmal waren alle Toiletten auf der Grundschulebene besetzt und ich musste wirklich dringend pissen also ging ich gezwungenermaßen runter auf die Hauptschultoiletten. Kurz nachdem ich mich in der Kabine eingesperrt hatte und es hinter mich gebracht hatte, wurde von außen an die Tür getreten und rumgeschrien. Als ich rauskam standen mehrere „Jugendliche“ um mich herum und schrien mich an um mir Angst zu machen. Das funktionierte super. Richtig starke Männer die einen 8-Jährigen anmachen, um sich geiler zu fühlen. Nach diesem Erlebnis nahm ich mir vor beim nächsten Mal lieber in die Hose zu machen, als nochmal auf die Hauptschultoiletten unten zu gehen.

Wer willst du sein?

Nachdem die Grundschule geschafft war, bekam ich mit ach und Krach die Empfehlung für die Realschule. Ich sei nicht dumm, nur faul sagten die Lehrer zu meinen Eltern also ein normaler heranwachsender. Stimmt so, diese Ruhe, wenn jemand etwas erzählt und alle anderen still sind, hat mich schon immer schläfrig gemacht. Die meiste Zeit in der Schule hab ich einfach gepennt, wenn es eins gibt, dass ich immer kann, ist es schlafen. Ich werde sogar vom schlafen müde.

Schlafende Katze

Ich glaube jeder der einen bestimmten Job der sich nicht als Traumjob oder Berufung herausgestellt hat, eine gewisse Zeit lang macht, bekommt ein immer größeres Level an Frustration und verändert sich dementsprechend über die Zeit. Bei unseren Lehrern waren einige von diesen Typen dabei.

Es gab Frau M*********, sie war Bosnierin glaube ich und sie hatte diesen eiskalten Blick. Bei ihr konnte man keine Faxen machen, sie warf auch mal einen Radiergummi nach einem, wenn man es übertrieb. Heutzutage würde sie dafür in einem Hochsicherheitsgefängnis landen, wo man sie Tag für Tag mit Waterboarding und Elektroschocktherapien dafür bestraft, doch damals war das ganz normal. Wir wurden auch mal am Arm gepackt oder angeschrien und das war schon ok, wir verdienten es. Sie war eigentlich keine gemeine Frau oder ein schlechter Mensch, sie hatte die Respektlosigkeit mancher Schüler wohl einfach satt und rastete dementsprechend manchmal aus. Sie war wohl einfach fertig mit dem Scheiß Job und zählte die Tage bis zu Ihrer dicken Beamtenrente.

Frau M oder Frau H?

Dann gab es noch Frau H****** sie war ein absoluter Engel, im Gegensatz zu Frau M********** wurde sie nicht wegen ihrer Härte, sondern wegen ihrer Herzlichkeit akzeptiert. Sie war einfach so liebevoll und nett im Umgang mit den Schülern das keiner sie enttäuschen wollte, ich glaube sie liebte Kinder einfach. An die restlichen Lehrer kann ich mich nicht mehr erinnern, schon witzig, oder? Es waren so viele aber sie waren wohl einfach zu normal um einem im Gedächtnis zu bleiben. Ich erinnere mich immer nur an extreme, egal ob es positive oder negative sind. Das mache ich schon seit meiner Kindheit so wie es scheint.

Realschule

Mittlerweile bin ich knapp 15 Jahre alt und ein mieser Realschüler. Der Rollerführerschein steht an und ich bin euphorisiert. Außerdem bin ich bereits Raucher und mein Ableben schreitet weiter voran. Wie ich zum Raucher wurde? Hier abbiegen:

Rollerführerschein?

Die Zeit auf der Realschule war eigentlich wie die auf der Grundschule, nur in Full HD. Wir waren die coolsten und hatten nichts zu befürchten. Dass wir uns mit unserem pubertären Verhalten wahrscheinlich unsere komplette Zukunft verbauen, wussten wir damals nicht. Ich kam jeden verdammten Tag zu spät zum Unterricht, mit der Pünktlichkeit hatte ich es nie.

Vespa 150
Kindheitstraum, heute könnte ich sie mir kaufen darum ist sie uninteressant

Wenn ich jetzt an die Zeit zurückdenke und mich selbst frage, was ich mir damals in Bezug auf meinen Werdegang so dachte, ist die Antwort einfach: Gar nichts! In meinem Gedankengut war kein Platz für Zukunftsplanung etc. Ich lebte in meiner eigenen Welt und interessierte mich nur für das, was mir wichtig erschien. Ich war kein Egomane, ich wollte nur tun, was mir gefällt und mich nicht mit irgendwelchen Problemen, die mich nicht betreffen auseinandersetzen. Man lebte von dem einen in den anderen Tag, ohne groß nachzudenken, zumindest wollte ich immer so sein.

Vor der Schule parkte ich frech meinen Roller und rauchte noch ganz gemütlich eine, obwohl der Unterricht längst begonnen hatte. Ich kannte für damalige Verhältnisse ziemlich viele Leute vom Bolzplatz, (siehe Post Rollerfahren) und fühlte mich beim morgendlichen Gang durchs Gebäude und beim Schütteln der Hände durch die Schule wie ein Präsident oder Diplomat, nur dass ich weder die Bildung noch das Prestige hatte. Doch kein Problem denn ich hatte das eine wichtige Teil, dass mich von den meisten anderen Schülern unterschied. Ein Nokia 3210. Meine Eltern versuchten immer mir alle meine Träume in einem gesunden Rahmen zu erfüllen und darunter fiel auch das erste Handy, obwohl ich eigentlich zu jung für sowas war. Im Endeffekt konnte man mit dem Teil sowieso nichts machen außer telefonieren, SMS schicken und „Snake“ spielen. Trotzdem war das hässliche Teil damals schon begehrt, eben weil es nur sehr wenige hatten.

Das Forum

Mit zunehmendem Alter verstärkten sich meine Charakterzüge. In Situationen in denen ich früher zurückgesteckt hatte wurde ich selbstbewusster und frecher, ich begann das Verhalten der Lehrer mir gegenüber zu hinterfragen. Meine Eltern sagten immer: Respekt beruht auf Gegenseitigkeit, die Lehrer waren unfair und respektlos, darum bekamen sie von mir auch keinen mehr. So kam es immer öfter zu Diskussionen. Abgesehen davon waren die Lehrer auf der Realschule auch teilweise absolute Sozialkrüppel, die man meiner Meinung nach niemals auf Schüler loslassen sollte.

Wir waren kleine Frechdächse und hatten absolut keinen Bock auf Unterricht oder das langweilige Geschwätz der Lehrer, also suchten wir uns eine Umgebung, in der wir uns ohne Zurückhaltung über das Unrecht, das uns jeden Tag widerfährt, auslassen konnten. Wir hatten einen PC-Freak in der Gruppe, er hieß Heiko. Heiko war relativ groß und etwas dicker, ein hässlicher Vogel aber er kannte sich super mit dem Internet aus und das war damals wirklich Neuland für uns. Heiko erstellte uns also ein Internetforum in dem es für jeden Lehrer und jedes unserer Probleme einen „Thread“ gab, das Forum war cool und wir hatte Spaß dabei uns über die Lehrer auszulassen, hätte ich gewusst was das ganze nach sich zieht, hätte ich mich dort niemals angemeldet.

Kindheit vor dem PC?
Kleine Kinder und Computer? Gefährlich oder kein Problem?

Mit dem kommenden Erlebnis lernte ich, das nichts im Leben garantiert ist, ich lernte das eine schlechte Entscheidung alles verändern kann. An dieser Stelle ist der Beitrag hier zu Ende, weiter geht es dann im nächsten Teil der in den nächsten Wochen online kommt. Ich bin zurzeit mies unkreativ und auf Nikotinentzug aber ich gelobe mich zu bessern!

Kuss

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