Warum wir zu wenig miteinander sprechen

Warum sprechen wir zu wenig miteinander? Bevor dieser Beitrag überhaupt beginnt, muss ich ehrlich sagen: keine Ahnung. Fakt ist aber, wir reden meiner Meinung nach zu wenig über allgemeine Dinge. Es war vor ca. einem Jahr würde ich sagen. Ich fuhr mit meiner Mutter im Auto, die Sonne schien. Es war einer dieser Momente, in dem alles in Ordnung war. Ein Sommertag, wir fuhren im Cabrio durch die Gegend. Wir sprachen gerade über irgendein zwischenmenschliches Thema. Und sie sagte einen der Sätze, die sich direkt im Ultra Langzeitgedächtnis einbrennen und dort für immer bleiben.

„Ihr sprecht heutzutage einfach viel zu wenig miteinander“

Kennt ihr das? Jemand macht irgendeine Aussage und ihr vergesst die niemals wieder? Da gibt es für mich einige:

„Wir gehen alle gleich aufs Klo“

„Es brennt, als würde man Rasierklingen pissen“

„Wenn es zum Kampf kommt, immer auf die Nase zielen“

„Nimm da niemals Geld raus“

„Ihr sprecht heutzutage einfach viel zu wenig miteinander“

Gibt noch einige weitere, mir fällt aber gerade nichts mehr ein. Jeder hat so seine Weisheiten im Schädel, die irgendwann mal jemand gesagt hat. Aber um was ging es in dem Gespräch? Ich glaube, um die Missverständnisse die auftreten, weil wir versuchen, Dinge über mehrere Ecken zu klären. Es ist einfach angenehmer über Umwege zu gehen, als den direkten Weg zu wählen.

Stille Post

Kennt ihr das Spiel Stille Post? Man ordnet sich in einer bestimmten Reihenfolge an, z.B. im Kreis. Der Erste im Kreis gibt dem Zweiten eine Nachricht weiter. Der Empfänger erzählt diese nun an seinen Nebensitzer weiter. Bei der letzten Person angekommen, muss diese die Nachricht nach bestem Verständnis laut vortragen, sodass alle sie hören. Probiert es aus, am Ende kommt irgendwas komplett anderes als am Anfang raus. Umso mehr Personen die Information weitergeben, desto diffuser wird es. Es geht in dem Spiel um die Verfälschung von Informationen durch Weitergabe an andere. Heißt: umso mehr Leute etwas weitererzählen, desto höher wird der Anteil an persönlicher Interpretation und die ursprüngliche Nachricht wird immer mehr verfälscht. Aber was hat das alles mit der Gesellschaft 2020 zu tun?

Offline

Wir nehmen als Beispiel die Zeit in der es keine Handys und kein Internet gab. Nehmen wir an ihr seid 16 Jahre alt, Jungfrau und in eurer Klasse ist ein Mädchen das euch extrem gefällt. Klar, heutzutage würdet ihr eure Kumpels oder ihre dicke Freundin fragen, wie die „Alte“ bei Instagram heißt und dort erstmal stalken, wie kleine Stalkersöhne. Aber wir sind, wie schon gesagt, offline. Es gibt kein Internet und keine Handys, also wie soll das jetzt laufen?

Sie einfach ansprechen? Niemals! Das wäre ja voll „cringe“. Um sie rumschleichen und einen Paarungstanz aufführen? Hehe, sicher nicht. Aber was dann? Schon krass, wenn man sich überlegt, wie schwer das früher war. Ihr ahnt es, man musste versuchen, sie direkt, als Mensch in der realen Welt, kennenzulernen. Wenn man das Glück hatte, eine ihrer Freundinnen zu kennen, konnte man die Sache so versuchen. Falls nicht, musste man tatsächlich sagen: Hi, ich bin Andi, was geht? Das ist heutzutage so gut wie ausgeschlossen aber damals führte kein Weg dran vorbei. Natürlich ist das jetzt leicht gesagt, das war auch damals schon eine große Überwindung. Aber warum eigentlich? Ich komme wieder auf den Anfang dieses Beitrages, weil der Direkte weg vielleicht der kürzeste aber meistens auch der schwerste ist, glaube ich.

Was willst du Penner? Ich kenn dich nicht!

Haben wir Männer uns nicht alle schon davor gefürchtet, diese Aussage zu kassieren, wenn wir eine uns unbekannte Frau ansprechen? Du nicht? OK sorry du Casanova.

Du bist halt einfach soooooooooo süß, darum kann dir keine widerstehen. Schnauze du Proll! Gestehe es dir ein, auch du hast Muffen, dass du direkt einen dicken Korb ins Gesicht bekommst. Das ist männlich, menschlich und auch absolut in Ordnung.

Aber wie oft habt ihr die Antwort bekommen, wenn ihr auf korrekt jemand Fremden angesprochen habt? Genau, nie. Außer ihr stinkt wie ein Bär nach Schweiß oder Schnaps, oder ihr habt unverschämte respektlose Anmachsprüche ausprobiert, dann habt ihr es aber auch selbst provoziert. Wer hat nicht mal eine attraktive Frau nach der Uhrzeit gefragt und davor seine Armbanduhr ganz ungeniert unter dem Jackenärmel versteckt? Wir brauchen einfach einen Vorwand, um fremde, für uns attraktive Menschen anzusprechen, vor allem die des anderen Geschlechts. Aber brauchen wir den heute auch noch? Müssen wir direkt rein in die Olga? Oder gibt es Schleichwege?

Zwischenmenschliche Beziehungen 2020

Nein, wir brauchen den Vorwand nicht mehr und vielleicht ist das der Grund, warum wir zu wenig miteinander sprechen. Ich kann natürlich nur aus meiner Erfahrung berichten. Heute läuft der Hase anders. Wenn ich jetzt gerade direkt dran denke, dann bin ich wirklich der Meinung, dass man sich heutzutage übers Internet kennenlernt. Über Instagram, Tinder etc. Oder sucht man bei Tinder nur irgendwelche Ficken und Ficker? Ich hab keine Ahnung, wirklich! Ich bin wohl einfach langsam zu alt für den Scheiß.

Was ich aber sehe ist, dass es tausende Boobie Instagram Weiber gibt, die mächtig Follower haben, aber eigentlich nichts posten, außer ihre Boobies oder irgendwelche idiotischen Fitnessübungen, die eh keine Sau interessieren. Das Ganze natürlich in hautengen Trainingsklamotten. Im Gegensatz zu diesem Phänomen sehe ich Seiten, die Qualitätscontent posten, aber um einiges weniger Follower haben als die Fettgewebe-Exhibitionistinnen. Nicht falsch verstehen, ich gönne jedem seine Follower und wenn jemand auch noch davon leben kann, geil! Sei allen gegönnt.

Was ist Schönheit?

Auch Boobs und Boobievideos machen sicher viele Männer glücklich beim Masturbieren, ähm Anschauen mein ich. Aber gibt es dafür nicht schon Pornoseiten? Auch auf Twitch findet man jede Menge von dieser Art. Twitch, eine Internetseite auf der es eigentlich um Kunst, Gespräche und Zocken geht. Ist es nicht traurig, wie ekelhaft oberflächlich die ganze Internetwelt ist? Und sind Frauen wirklich nur zwei runde Kugeln mit Brustwarzen drauf? Ich sehe in Frauen viel mehr als das. Aber sexuelle Diskriminierung ist echt ein Thema heutzutage, was soll sowas? Frauen werden nur auf ihr Äußeres reduziert! Aber reduzieren sich viele nicht auch selbst? Wie digitale Preisschilder in Supermärkten?

Ist Schönheit nur durch Extreme zu erreichen oder auch natürlich vorhanden?

Vielleicht sollten einige Mal das Bild was sie nach außen abgeben anzweifeln, anstatt nur die Gesellschaft im Allgemeinen zu verteufeln. Natürlich ist es gut und richtig, das sich Frauen die Brüste vergrößern lassen, wenn sie Komplexe haben oder der eigene Anblick sie quält und ihr Selbstbewusstsein sie darum langsam killt. Aber man macht es doch für sich selbst und nicht um es dauernd zu posten, oder? Ich glaube durch die Masse an Einflüssen, die wir erfahren wird teilweise schon ein falsches Bild der „perfekten“ Optik der Frau oder des Mannes forciert. Werden wir durch Instagram und Co. unbewusst beeinflusst? Legt dieser Einfluss unsere eigenen Entscheidungen teilweise in Ketten? Zwingt uns dieser Einfluss dazu mit dem Strom zu schwimmen?

Warum wir zu wenig miteinander sprechen

Kommen wir zurück zum Kern des Beitrages. Warum wir zu wenig miteinander sprechen? Ich glaube, weil vor allem die jungen Menschen viel unsicherer mit sich selbst geworden sind. Wir sehen perfekte Körper, sehen Frauen mit riesigen Möpsen, und ich meine keine Hunde. Wir sehen Männer mit Muskeln aus Stahl, Grüße an Yone gehen raus :). Und wir denken vor allem im jungen Alter: „Bruder ich brauch Muskeln“ oder „Meine Brüste sind viel zu klein, ich bin hässlich, ich bin keine richtige Frau“ (spekulative Annahme der Redaktion). Meine Meinung ist: Wer die kleine Brust nicht ehrt, ist die füllige nicht wert. Es geht um den Mensch. Gutes Aussehen ist eine Zugabe, aber Attraktivität ist so viel mehr als diese ganze Fake-scheiße mit Silikonbrüsten, viel zu langen Fingernägeln, Fake Lashes und Tonnen von Make-up im Gesicht. Weniger ist oft mehr!

Ich sehe oft, dass so extrem auf ein perfektes Aussehen geachtet wird und am Ende, wenn man dann wirklich zusammenkommt, merkt man, dass charakterlich absolut nichts zusammenpasst und man sich nur gegenseitig anschauen kann, wie Bilder im Louvre. Natürlich muss einem eine Frau oder ein Mann auch gefallen. Es kommt aber viel mehr auf Gepflegtheit an, oder? Klar, wenn jemand lächelt und einem die pechschwarzen Zähne fast ins Gesicht springen, hat man nicht mehr groß Bock auf einen saftigen Kuss. Aber bei den Zuschüssen der Krankenkassen heutzutage wundert mich die mangelnde Zahnhygiene mancher Menschen auch nicht mehr wirklich.

„Aber Andi, es geht doch hier um die fehlende Interaktion untereinander, betreffend der sprachlichen Kommunikation“ denkt sich der Streber jetzt. Was hat denn Oberflächlichkeit damit zu tun? Nichts, aber das wollte ich einfach mal ansprechen, weil es brandaktuell ist.

Warum wir zu wenig miteinander sprechen, jetzt wirklich!

Ich glaube, dass die krasse Oberflächlichkeit, die heutzutage vorherrscht, viel damit zu tun hat, dass wir zu wenig miteinander sprechen. Wir wollen nicht aus dem Raster fallen, wollen nicht negativ auffallen, indem wir Missstände offen ansprechen. Man will einfach nicht der Depp sein, der die Laune verdirbt oder die Stimmung runterzieht. Der Grundgedanke ist richtig, aber wenn wir uns immer zurücknehmen und schweigen, dann schieben wir die Probleme, die wir haben, meiner Meinung nach, immer nur auf. Wenn deine Freundin eine hässliche Hose anhat und dich fragt, wie du die findest, dann sag ihr einfach, dass die Hose abartig scheiße aussieht. Wenn sie das nicht verkraften kann, such dir eine neue Freundin, denn ihr habt keine Basis.

Alle wollen Realtalk, alle wollen Ehrlichkeit. Dann lebt aber auch damit, dass die Wahrheit auch mal wehtut. Wenn ihr in einer Beziehung unzufrieden seid, redet! Investiert in das, was ihr habt. Schaut euch nicht gleich bei der ersten Gelegenheit nach einer anderen um. Was denkt ihr, wie unsere Großeltern es zur Diamanthochzeit geschafft haben? Mit Geduld und diesen anderen Kompromissen. Die haben das Leben komplett zu zweit bestritten, das verdient größten Respekt. Wir gegen alle quasi. Bei twilight und co. fühlt ihr das doch auch übel, wenn man zusammen durch die Hölle geht und die Liebe daran wächst. Dann versucht doch im echten Leben sowas zu finden, das gibt es nämlich wirklich. Ich glaube, man muss einfach ein gutes Team sein, dann kann man eine heftige Beziehung führen.

Reparieren statt austauschen

Auf schnell etwas Neues finden, kann selbst der hässlichste Vogel. Das ist keine Kunst. Aber ist es nicht viel schöner etwas Bestehendes am Laufen zu halten? Über Probleme miteinander zu sprechen? An dem was man hat zu arbeiten und sich zusammen zu entwickeln? Kein Auge auf andere Frauen zu machen, weil man weiß, man hat die für sich beste Frau schon? Du bist kein „Player“ wenn du betrügst, lügst und andere ausnutzt. Du bist einfach ganz normaler Abschaum.

Wenn heutzutage gefühlt die kleinste Kleinigkeit nicht passt, gehen wir erstmal zu Freunden und reden mit denen darüber, anstatt es direkt mit dem Partner zu klären. Natürlich sind das alles grob verallgemeinerte Aussagen, ihr wisst schon wie das gemeint ist. Ich glaube, dass der Einfluss der sozialen Medien für viele zu groß ist und Leute damit schlecht umgehen können. Man denkt einfach immer, man könnte doch noch etwas Besseres haben und weiß das was man hat, gar nicht mehr zu schätzen. Man sieht so viel krasses Zeug und fühlt sich dadurch einfach mickrig. Das ist nicht nur auf den Partner bezogen, sondern auf so ziemlich alles.

Darum versuche ich auch z.B. so wenig wie möglich davon anzuschauen. Warum soll ich mir Villen reinziehen? Macht mich nur depressiv, weil ich wahrscheinlich nie eine haben werde. Trotzdem habe ich mir mit meiner Freundin z.B. selling sunset angeschaut, da es einfach eine trashige chillige Serie ist. Ich denke, die Menge macht das Gift, auch wenn ich diesen Spruch echt uncool finde. Brauche ich überhaupt mal eine Villa um ein erfülltes Leben zu führen? Oder wäre das nur die Kirsche auf der Sahnetorte, von der ich gerade nasche? Diese künstlichen Kirschen schmecken sowieso bei weitem nicht so gut, wie sie aussehen.

Freiheit für alle

Jeder kann und soll sich natürlich anschauen was er will. Überdenkt aber vielleicht mal, womit ihr eure Zeit verbringt. Überdenkt mal, warum wir zu wenig miteinander sprechen. Eine Stunde Instagram am Tag hat man schnell erreicht. Ist euch eure Lebenszeit das wert? Eine Stunde durch irgendwelche Posts scrollen? Ich mach das auch ab und zu, doch ich möchte nicht, dass es bei mir zur Gewohnheit wird.

Zusammen alleine

Legt das Handy einfach mal bei Seite und verbringt einen Abend so wie wir früher. Spielt Karten oder labert einfach über das Leben an sich. Sagt den anderen was euch bewegt, oder euch Probleme bereitet. Nutzt eure Lebenszeit und sagt denen, die ihr liebt, dass ihr sie liebt. Egal ob es eure Eltern, Freunde, Freundin, Oma etc. sind. Ihr werdet sehen, die Reaktionen sind köstlich! Die Zeit vergeht so schnell. Ich versuche immer alles so klar wie möglich zu halten. Man weiß nie wie, oder ob es für einen weitergeht. Jeder Tag ist ein Geschenk.

Versucht mehr miteinander zu sprechen

Falls euch der Artikel gefallen hat, checkt gerne den Artikel über Freundschaft aus!

https://www.chainedsociety.de/2020/07/31/life-is-strange-friendship/

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Bleibt alle gesund und genießt diesen Kuss auf den Mund! ??????

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CS.

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